Selbstfürsorge
Familienalltag: Raus aus dem Dauerstress
Eigentlich ist bei der vierköpfigen Familie alles in Ordnung. Dennoch wächst der Mutter gerade alles über den Kopf. Unser Kooperationspartner „elternbriefe“ hat Erste-Hilfe-Tipps und Ideen, wie sich die Situation langfristig in den Griff bekommen lässt.
veröffentlicht am 01.04.2025
„Seit einiger Zeit habe ich den Eindruck, dass bei uns zu Hause alles zu viel wird. Uns, das sind: mein Mann, ich und unsere beiden Töchter (8 und 6 Jahre). „Eigentlich“ geht es uns allen gut. Wir haben keine finanziellen Sorgen, unsere Kinder sind gesund, wir wohnen schön und fahren in den Urlaub. Und trotzdem ist seit einiger Zeit die Stimmung immer wieder gereizt. Unglaublich viele Termine rund um die Kinder sind zu bewältigen. Manchmal wächst mir alles über den Kopf.“
Sie beschreiben eine Situation, die sicherlich viele Familien betrifft: Überlastung, Eltern im Dauerstress, Mental Load … Die Gründe sind vielfältig. Zum einen steigen die Anforderungen von außen. Zum anderen stellen viele Mütter und Väter hohe Ansprüche an sich selbst und an das Familienleben. Und gerade wenn vermeintlich alles „in Ordnung ist“, ist es gar nicht so leicht, sich Belastungen einzugestehen. Denn dies scheint ja der Normalzustand zu sein. Umso besser, dass Ihnen die zunehmend gereizte Stimmung in Ihrer Familie auffällt. Was also können Sie tun?
Erste Hilfe gegen Stress
Geht es im Alltag hoch her, ist es zunächst einmal wichtig, die konkrete Situation zu entschärfen. Manchmal hilft es schon, nach einer kurzen Ankündigung gut für sich selbst zu sorgen und sich „runterzufahren“, indem Sie:
- kurz auf den Balkon, in den Garten oder einmal um den Block gehen;
- Atemübungen machen;
- sich eine Tasse Tee oder Kaffee gönnen, diese ganz bewusst trinken und dabei nur auf den Duft und die Wärme des Getränks achten.
Also: Aus der stressigen Situation herauszugehen und sich bewusst auf etwas anderes oder etwas Entspannendes zu konzentrieren. Indem sie eine Eskalation vermeiden, geben Sie ein gutes Vorbild ab.
Raus aus dem Hamsterrad
Und wie lässt sich der ganze Stress langfristig in den Griff bekommen? Wir haben ein paar Ideen für Sie gesammelt:
- Verschaffen Sie sich mit einem Familienkalender, Wochenplänen oder Listen einen Gesamtüberblick zu Ihren tatsächlichen Belastungen.
- Überprüfen Sie, ob all diese Dinge wirklich notwendig sind: Welche Termine oder Aufgaben können Sie streichen?
- Checken Sie die Aufgabenverteilung: Welches Familienmitglied erledigt was? Sind die Aufgaben fair verteilt? Sind auch Ihre Kinder altersgerecht daran beteiligt? Wo ist ein Ungleichgewicht? Gibt es Aufgaben, die Sie an andere außerhalb Ihrer Familie delegieren können? Wie lässt sich Ihr soziales Netz der Unterstützung weiter ausbauen?
- Überdenken Sie Ihre Ansprüche. Sowohl Ihre eigenen als auch die Ihrer Familie. Ein Beispiel: Muss der Kuchen für Schul– oder Sportveranstaltungen immer selbst gebacken sein? Oder darf es auch mal die Torte aus der Tiefühltruhe im Supermarkt sein?
- Entwickeln Sie Ihre Optionen: Dies können feste Rituale und Abläufe sein. Oder die Einplanung von „leeren Zeiten“, zu denen Platz ist für Ungeplantes und Missgeschicke. Oder auch für Zeitaufwändigeres und für aufgestaute Aufgaben.
Und vor allem: Planen Sie für alle auch Me-time ein. Zeit für sich selbst. Um sich zu erholen und frische Kraft zu tanken.
Text: Sabine Maria Schäfer, Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und „Kess-erziehen“-Kurs-Referentin
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