Unterstützung im Alltag

Bewusster leben mit „Mamita Maria“

Hannes Pernsteiner und seine Familie vertrauen auf die Hilfe der Gottesmutter Maria. Sie ist für Eltern und Kinder eine wichtige Begleiterin geworden. Eine Mutter, die auf ihre Kinder schaut und sie liebevoll herausfordert. Eine tolle Lehrerin.

veröffentlicht am 06.05.2024

Lange haben meine Frau und ich nach Heimat gesucht. Geografisch – meine Allerliebste stammt ja aus Mexiko – war Österreich nach unserer Hochzeit für uns erst eher ein Provisorium, bei dem es dann blieb. Wir wollten aber auch spirituell wo ankommen und Wurzeln schlagen, und zwar gemeinsam. Etwas sollte uns als Ehepaar und Familie Halt, Schutz und Orientierung in den Stürmen des Lebens bieten. Klar, da gab es die Pfarre mit Familienmessen, Babytreff, Kinderchor und Festen. Das war schön, wir sehnten uns aber nach mehr „Tiefgang“. So nahmen wir an Angeboten etlicher wirklich toller religiöser Bewegungen teil, fragten uns immer wieder: „Ist es das Unsere?“ – und wagten doch nicht den letzten Schritt, Mitglied zu werden. Bis heute.

Rückblickend hat uns dennoch ein Ereignis so geprägt, dass es in unserem geistlichen Familienleben ein „Vorher“ und „Nachher“ gibt. Vor zehn Jahren, wir als Jungfamilie gerade in der turbulentesten Phase überhaupt, wurden wir am Kirchenausgang von zwei jungen Ordensschwestern zur Vorbereitung für eine Marienweihe eingeladen. Die beiden schienen uns sympathisch und vertrauenswürdig, also wollten wir auch das ansehen. Fünf Samstage schleppten wir uns und unsere drei Knirpse zu ihren Vorträgen. Außerdem lasen wir täglich vor dem Schlafengehen ein Kapitel aus einem Buch eines uns bis dahin unbekannten französischen Heiligen, Ludwig Grignion von Montfort.

Ja zu Gott, Nein zum Bösen

Der Abschluss hatte es dann in sich, besonders das Gebet der Ganzhingabe, auf das wir uns so intensiv vorbereitet hatten. Dabei geht es um die Erneuerung des Taufversprechens – also: Ja zu Gott, Nein zum Bösen – an der Hand der Jungfrau Maria, der man sich ganz überlassen sollte, mit Körper, Geist und Seele, allem Besitz und sogar dem Wert aller guten Taten. Die Mutter Jesu würde nicht nur Vorbild und Beistand im Glauben, sondern auch eine Art Generalverwalterin und Arbeitgeberin werden, an der man sein ganzes Tun ausrichtet. Ermutigt von den Nonnen, versprachen wir das – und warteten gespannt, was denn nun so anders sein würde.

Zunächst war da nichts, denn der Alltag holte uns schnell wieder ein und forderte uns ziemlich heraus. Monate später begannen wir jedoch, abends den Rosenkranz zu beten, was uns selbst überraschte: Es bedurfte nicht jener übergroßen Anstrengung, die wir damit bisher verbunden hatten, und sogar die Kinder machten aktiv mit. Die neue Gewohnheit ging zulasten unseres Medienkonsums, was uns ganz recht war. Was uns heute sonst noch einfällt: Glaubensdinge wie Messe, Kommunion, Beichte und Bibel sowie auch unsere Ehe lebten wir anders, bewusster als vorher. Nicht sofort, aber im Lauf der Jahre, in kleinen Schritten, als ob wir in einer Schule wären und von einer Klasse in die nächste kämen. Mit einer echt tollen Lehrerin.

Ansprechperson und verlässliche Hilfe

Ganz nüchtern könnte man jetzt das Ganze auch als bloßes Gedankenexperiment abtun und auf die Kraft der Einbildung verweisen. Für uns Eltern und auch für unsere Kinder ist „Mamita Maria“, wie wir sie auf Spanisch nennen, jedoch real: Eine Ansprechperson und verlässliche Hilfe, um im Alltag das Wesentliche zu sehen und die Beziehung zu Gott zu gestalten. Eine Mutter, die da ist, auf uns schaut, uns sehr liebevoll herausfordert und zugleich unsere Grenzen kennt, die schon vorausdenkt ohne uns dabei das Denken oder Entscheidungen abzunehmen. Unsere Erfahrung ist, dass das Leben mit ihr unkomplizierter und auf sicherer Bahn ist, unspektakulär vielleicht, aber nie langweilig. Im Gegenteil. Wir können sie nur wärmstens weiterempfehlen.


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